Vom Müll über Metallrückgewinnung bis zum Ersatzbaustoff HMVA

Warum thermische Abfallbehandlung und Schlackenaufbereitung?

Laut Umweltbundesamt stellt die thermische Abfallbehandlung eine der tragenden Säulen der Abfallentsorgung in Deutschland dar. Sie stellt die in jedem Kreislauf dringend notwendige Schadstoffsenke dar und bietet langfristige und bezahlbare Entsorgungssicherheit für alle Siedlungsabfälle, die nicht auf andere Art ökologischer und ökonomischer verwertet werden können.

Die Energienutzung von Müllverbrennungsanlagen wird in Kraft-Wärme-Kopplung durchgeführt. Das bei der Verbrennung der Siedlungsabfälle entstehende heiße Rauchgas wird in dem nachfolgen­den Kessel abgekühlt und die hierbei freiwerdende Wärme wird zur Er­zeugung von Dampf genutzt. Dieser wird in einer Turbine entspannt, die anfallende Energie wird zur Erzeugung von Strom eingesetzt. Ein Teil des Dampfes wird nach einer Teilentspannung wieder aus der Turbine entnommen, dieser Dampf wird zur Erzeugung von Fernwärme verwen­det.

Im Nachgang zum Verbrennungsprozess wird das Rauchgas entsprech­end der 17. BlmSchV gereinigt und über Schornsteine der Atmosphäre zugeführt. Die Verbrennung dient nicht nur der schadlosen Entsorgung der Ab­fälle, sondern sie stellt auch erhebliche Mengen von Energie bereit.


Bild: Schlackeaufbereitung

 

Bei HMV-Schlacke (auch HMVA) handelt es sich um aufbereitete Rost- und Kesselasche, die bei der Verbrennung von Hausmüll und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen in Müllverbrennungsanlagen entsteht. Das aus den Müllverbrennungsanlagen ausgetragene Material wird von spezialisierten Aufbereitungsanlagen verarbeitet, die Metalle und unverbrannte Reststoffe aus der HMV-Schlacke aussortieren und die abgereinigten mineralischen Anteile aufbereiten.

 

Welche Vorteile bietet der Einsatz von HMV-Schlacke, zum Beispiel als mineralischer Ersatzbaustoff HMVA nach Ersatzbaustoffverordnung?

Der Einsatz bietet ökonomische Vorteile:

    • Kosteneinsparung gegenüber dem Einsatz von Primärmaterial
      • HMV-Schlacke kann dank einer hohen Einbauflexibilität unabhängig von Jahreszeiten, Temperaturen und Witterungsbedingungen eingebaut werden. Dies erlaubt eine verlässliche Planung des Bauprojekts und spart Zeit und Kosten.
      • HMV-Schlacke ist als Beiprodukt der thermischen Verwertung von Abfall dauerhaft verfügbar und bietet dank eines umfassenden deutschlandweiten Netzes an Aufbereitern in der Regel kurze Lieferwege. Dank dieser oft kurzen Lieferwege schont man nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel.


Der regelkonforme Einsatz von HMV-Schlacke bietet außerdem ökologische Vorteile:

    • Schonung natürlicher Ressourcen durch die Nutzung von HMV-Schlacke
      • Als unvermeidbares Beiprodukt der thermischen Verwertung von Abfall ist HMV-Schlacke eine dauerhaft verfügbare, umweltschonende Alternative zu Naturbaustoffen. Denn durch den Einsatz von HMV-Schlacke können wertvolle Naturbaustoffe wie Sand und Kies erhalten und deren oft energieintensive Gewinnung aus Kiesgruben, Flussläufen oder dem Meer reduziert werden. Schließlich wird durch den Einsatz von HMV-Schlacke auch wertvoller und knapper werdender Deponieraum geschont.
    • Regionale Materialkreisläufe werden geschlossen
      • Mit dem Einsatz von HMV-Schlacke entscheidet man sich für eine Anwendung im Sinne einer regional gelebten Kreislaufwirtschaft. Materialkreisläufe werden geschlossen und auch nach Ende des aktuellen Lebenszyklus eines Bauwerks stellt HMV-Schlacke einen weiterhin kreislauffähigen Baustoff dar, der erneut aufbereitet und eingesetzt werden kann. Ein gezielter Rückbau und anschließendes Recycling sind hier aufgrund von Katastereinträgen, welche Ort und Menge des eingesetzten Materials dokumentieren, möglich.
    • Schließlich ist der Einsatz von HMV-Schlacke ein bewusster Beitrag zur Förderung von Sekundärbaustoffen und zur Stärkung von Recycling und Kreislaufführung in der Bauwirtschaft, ganz im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG).